Wie läuft das Verbraucherinsolvenzverfahren ab ?

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1. Vertretung im Vorfeld des gerichtlichen Insolvenzverfahrens

1. Vertretung im Vorfeld des gerichtlichen Insolvenzverfahrens

Sie müssen vor Stellung eines Insolvenzantrags versuchen zunächst eine Einigung mit allen Schuldnern zu erreichen um eine Insolvenz zu vermeiden. Dieser Einigungsversuch wird als außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan bezeichnet. Hierbei bieten Sie nach Möglichkeit den Gläubigern an, eine bestimmte Summe monatlich an diese zurück zu zahlen, in der Regel über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren. Diese Zahlung wird an sämtliche Gläubiger gemäß ihrer Forderungshöhe verteilt. Die Gläubiger erhalten so zumindest einen Teil ihrer Forderungen zurück.

Kommt diese Einigung nicht zustande, kann der Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt werden.

Von der ersten Beratung bis zur Stellung des Insolvenzantrags beraten und vertreten wir Sie. Zunächst besprechen wir mit Ihnen Ihre finanzielle Situation, stellen fest wie hoch Ihre Schulden tatsächlich sind und welche Möglichkeiten bestehen eine Insolvenz abzuwenden. In diesem Verfahrensabschnitt fordern wir von sämtlichen Gläubigern eine Forderungsaufstellung an, so dass geklärt werden kann, wie hoch die Schulden mit Zinsen, Vollstreckungskosten etc. wirklich sind.

Nachdem die Höhe der Forderungen und die Anzahl der Gläubiger bekannt ist, erarbeiten wir zusammen mit Ihnen einen Vergleichsvorschlag. Es besteht die Möglichkeit, durch geschickte Verhandlungen die Forderungshöhe drastisch zu reduzieren und beispielsweise mittels einer Einmalzahlung die Schulden aus der Welt zu schaffen. Ist dies nicht möglich, bieten wir den Gläubigern eine monatliche Zahlung an. Die Höhe dieser Zahlung hängt stark von Ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit ab, im Extremfall kann sie auch nur 10,- bis 20,- € betragen. Wichtig ist, dass Sie guten Willen zeigen. Durch unser Verhandlungsgeschick wurden bereits durch eine monatliche Zahlung in Höhe von nur 50,- € auf sämtliche Forderungen Insolvenzverfahren vermieden.

Kommt eine Einigung nicht zustande, bereiten wir mit Ihrer Hilfe den Insolvenzantrag unterschriftsreif vor. Sie müssen diesen nur noch unterzeichnen.

Durch unsere Erfahrung im Umgang mit Gläubigern und unsere spezielle Insolvenzsoftware kann daher in aller Regel ein Insolvenzantrag zeitnah, meist innerhalb von nur 2 Monaten, gestellt werden.

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2. Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

2. Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

Nach Eingang des Insolvenzantrages bei Gericht prüft dieses nochmals die Aussichten eines Schuldenbereinigungsplans. Sofern außergerichtlich nur einige wenige Gläubiger dem Vergleichsvorschlag widersprochen haben, kann deren Zustimmung durch das Gericht ersetzt werden.

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3. Eröffnung der Insolvenz

3. Eröffnung der Insolvenz

Wurde auch der gerichtliche Plan nicht angenommen bzw. hat das Gericht ganz von der Durchführung abgesehen, wird nun das Insolvenzverfahren durch Beschluss eröffnet. Der Beschluss wird öffentlich bekannt gemacht.

Es wird vom Gericht ein Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter bestellt, dieser verwertet Ihr pfändbares Vermögen über einen Zeitraum von sechs Jahren und verteilt es an die Gläubiger.

Derzeit (Mai 2009) liegt die Pfändungsgrenze bei Personen ohne Unterhaltsverpflichtungen bei 989,99 € monatlichem Nettoeinkommen, bzw. 1.359,99 € bei einer unterhaltspflichtiger Person.

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4. Erlangung der Restschuldbefreiung (Wohlverhaltensphase)

4. Erlangung der Restschuldbefreiung (Wohlverhaltensphase)

Sie müssen sodann für die Dauer dieser sechsjährigen Wohlverhaltensperiode den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abtreten. Dieser verteilt diese Beträge an die Gläubiger. Außerdem haben Sie in dieser Zeit bestimmte Verpflichtungen zu erfüllen, wie beispielweise einer geregelten Arbeit nachzugehen bzw. sich um eine solche zu bemühen und keine zumutbaren Angebote abzulehnen. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode erlässt das Gericht dem Schuldner auf Antrag die restlichen Schulden, wenn keine Versagungsgründe vorliegen. Das Insolvenzverfahren wird zu diesem Zeitpunkt beendet.

Versagungsgründe sind:

  • die Nichtausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit oder das Bemühen um eine solche
  • Verletzung der Mitteilungspflicht bei finanziellen Veränderungen, Wohnsitz oder Arbeitsplatz
  • rechtskräftige Verurteilung des Schuldners aufgrund einer Insolvenzstraftat gem. §§ 283-283c StGB
  • unrichtige oder unvollständige schriftliche Angaben über wirtschaftliche Verhältnisse, um Kredite oder Leistungen zu erhalten
  • Erhalt oder Versagung einer Restschuldbefreiung bei Verletzung von Obliegenheiten innerhalb der letzten zehn Jahre vor Eröffnung

Nach der Restschuldbefreiung kann der bisherige Schuldner sein Leben ohne Schulden neu aufbauen. Allein die psychische Belastung einer nicht zu erfüllenden Schuldenlast kann Beziehungen, Arbeitsplatz und die eigene Gesundheit gefährden. Nach Eröffnung der Insolvenz sind Zwangsvollstreckungsmaßnahme und Pfändungen nicht mehr zulässig. Der Gerichtsvollzieher wird Sie nicht mehr aufsuchen.

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